Historie
Historie
Aber der Reihe nach:
Bereits in den 1930er Jahren gab es erste Pläne für einen Hochwasserschutz im Sulmtal. Diese Pläne wurden in den 1950er Jahren wieder aufgenommen.
Im Jahr 1970 überfluten 2 schwere Hochwasser nacheinander das Sulmtal. Der damalige Ministerpräsident Filbinger überfliegt per Hubschrauber das Sulmtal und sieht das katastrophale Ausmaß.
Auch in Neckarsulm werden die Firmengelände von Audi und Kolbenschmidt schwer getroffen, worauf sich diese mit Abwanderung an einen anderen Standort beschäftigen.
Per Kabinettsbeschluss wird verfügt: "Das Sulmtal muss hochwasserfrei werden!"
1973 wird schließlich der "Wasserverband Sulm" als Hochwasserzweckverband für das Sulmtal gegründet. Dieser ist für die Unterhaltung, Wartung und Sanierung aller Hochwasserschutzanlagen verantwortlich.
Da allen Beteiligten klar ist, dass ein solch großes Hochwasserrückhaltebecken automatisch viele Gäste anzieht, wird von Anfang an die touristische Nutzung in die Planungen mit einbezogen.
1979 wird deshalb der "Naherholungszweckverband Breitenauer See" gegründet, der für die Planung, Nutzung und den Ausbau der touristischen Infrastruktur um den See verantwortlich ist.
Zur Saison 1985 wird der angrenzende Campingplatz eröffnet, die offizielle Übergabe des Naherholungsraumes erfolgt am 11. Juni 1986 durch den damaligen Minister Weiser.
Seitdem dürfen wir am Breitenauer See bis zu 500.000 Besucher jährlich begrüßen und auch der Campingpark, seit vielen Jahren mit 5* ausgezeichnet, beherbergt kontinuierlich über 100.000 Gäste pro Jahr.
Seeablass und Wiederanstau 2020 bis 2023
Der Seeablass des Breitenauer See im Jahr 2021 war ein außergewöhnliches Ereignis mit großer technischer, ökologischer und touristischer Bedeutung. Der Breitenauer See, der als größtes Hochwasserrückhaltebecken Nordwürttembergs gilt und gleichzeitig ein beliebtes Naherholungsgebiet ist, wurde im Winter 2020/2021 nahezu vollständig entleert, um notwendige Sanierungs- und Kontrollmaßnahmen durchzuführen.
Der kontrollierte Ablass begann am 1. Dezember 2020 und dauerte rund 170 Tage. Insgesamt wurden etwa 2,3 Millionen Kubikmeter Wasser langsam in die Sulm abgegeben. Dieses langsame Vorgehen war wichtig, um die Tierwelt – insbesondere Fische und überwinternde Wasservögel – möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der vollständige Seeablass ist gesetzlich vorgeschrieben, da Hochwasserrückhaltebecken in regelmäßigen Abständen umfassend geprüft werden müssen. Der letzte vollständige Ablass lag zu diesem Zeitpunkt bereits etwa 25 Jahre zurück.
Während des Ablassens traten zahlreiche Gegenstände und Strukturen zutage, die normalerweise unter Wasser verborgen sind. Gleichzeitig nutzten Fachkräfte die Gelegenheit, Sedimente zu entfernen, den Staudamm zu überprüfen und beschädigte Uferzonen zu sanieren.



